Lexikon

a
Aktenlagesearch for term

Viele Anträge oder ärztliche Verordnung gehen erstmal zur Krankenkasse oder dem Amt, z.B. über ein Hilfsmitteli. Dabei kann der Sachbearbeiter auch aus der vorliegenden Akte vom Patienten entscheiden über das Ja und Nein für den Antrag. Er hält also keine Rücksprache mit dem Patienten oder dessen Ärzte / Betreuer. Selbst die Amtsärzte oder der MDKi können ohne den Patienten gesehen zu haben, eben aus den vorliegenden Akte heraus, über dessen Bedarf ein Urteil abgeben.

Synonyme: Ferngutachten
ALG IIsearch for term

Das Arbeitslosengeld Zwei, welches gezahlt wird, wenn man erwerbsfähig ist und kein Anspruch hat (mehr) auf das Arbeitslosengeld I (Eins). Das ALG IIi entspricht in seinem Leistungsumfang der abgelösten Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU), was früher vom Sozialamt gezahlt wurde (Sozialhilfe). Mit der Einführung des ALG II (Harz IV Reform) wurde die Arbeitslosenhilfe und die HLU zusammengelegt zum ALG II, verkürzt gesagt. Synonym: Hartz IV

Synonyme: ALG 2
b
BKKsearch for term

Betriebskrankenkasse; ursprünglich die Krankenversicherungsträger für einzelne Betriebe und Konzerne. Heute stehen die meisten aber allen Bürgern als Alternative Krankenkasse offen. Zusammenschluss finden diese in Landesverbänden und diese wiederum mit der BAHN-BKKi im Bundesverband der BKK.

Botoxsearch for term

Das Botulinumtoxin ( auch kurz BTX) ist ein Nervengift, was von Bakterien ausgeschieden wird. Früher war es mehr als ein Gift in Lebensmitteln bekannt (Konserven). Bei eine Kontamination führt es zur Atemlähmung. Doch findet es in der heutigen Medizin eine breite Anwendung, wie bei Menschen mit Spastiken, da durch direkte Injektion in den Muskelenden der Muskel über längere Zeit "lahm" gelegt wird. So bietet es die Möglichkeit diesen Muskel wieder zu denen, z.B. intensive Physiotherapie, wodurch sein Wachstum angeregt wird und er länger wird. Mit dieser Therapie, häufig in Verbindung mit anderen, kann man gefährliche Komplikationen durch die Spastiken vorbeugen wie Kontrakturen, die am Ende operiert werden müssten, aber es wirkt auch pflegeerleichternd, da die Betroffenen besser gelagert werden können und das Umlagern einfacher wird. Aufgrund, da die Wirkung des Giftes nachlässt mit der Zeit, also was es zerstört hat, wieder sich nach gebildet hat, muss die Therapie nach gewissen Zeitabständen, je nach Patient unterschiedlich, wiederholt werden.

Weitere Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Botox

Bundesversicherungsamtsearch for term

kurz: BVAi. Es ist eine selbstständige obere Bundesbehörde, welche eine Rechtsaufsicht über Sozialversicherungsträger ausübt, also auch Krankenkasse, über die das jeweilige Landesversicherungsamt nicht wacht wie die BKKs. Ein Eingabe an diese Stelle wird manchmal unvermeidlich, wenn man als Versicherungsnehmer der Krankenkasse eine Leistung nicht genehmigt bekommt, da z.B. der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDKi) nicht hinzu gezogen wurde oder dessen Meinung verneint wird.

Synonyme: BVA
g
G-BAsearch for term

Oberstes Beschlussgremium in Deutschland einer gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen. Bestimmt Richtlinien des Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

h
Hilfsmittelsearch for term

Ist ein Kind schwer krank oder hat eine Behinderung und dadurch auf Hilfsmitteli angewiesen, so wird dieses Thema häufig zum ersten Streit mit der Krankenkasse. Wir, wie auch andere Eltern behinderter Kinder, haben bei diesem Punkt besonders häufig das Gefühl, als wären die Hilfsmittel der teuerste Kostenpunkt innerhalb des Gesamtsystem.

===== Was sind Hilfsmittel?=====

Hilfsmittel, schlicht gesagt, sind Werkzeuge, mit denen man das "leisten" kann, was andere "so" können. Sie gibt es in vielen Bereichen. In der Küche oder sogar auf dem PC. Beim letzteren nennt man sie direkt Tools, also Werkzeuge, und ermöglichen zum Beispiel den Laien Einstellung an der Software vorzunehmen, die der "Profi" eigentlich erledigen sollte. Bei einem Menschen mit Handicap sorgt ein Hilfsmittel dafür, dass er oder sie (wieder) die Fähigkeiten darüber erhält, was circa 90% der Bevölkerung können. Es kann von technischer Art sein, eine Prothese oder Rollstuhl, aber es gibt auch sogenannte medikamentöse Hilfsmittel. Zum Beispiel bei der Behandlung von Inkontinenz (Blasenschwäche).

===== Warum Hilfsmittel? =====

Die Gründe sind vielschichtig. Doch fallen einige Gründe als besonders wichtig auf: * Sorgen für Selbstständigkeit * Ermöglichen Teilhabe am öffentlichen Leben und Berufsleben, Bildung (Chancengleichheit) * Dienen der Kommunikation * Schützen vor weiteren Beeinträchtigungen (Gesundheitsschutz)

===== Und der Preis? =====

Es gibt zum einen schon einen Massenmarkt, zum Beispiel bei einfachen Rollstühlen, Rollator oder der Gehhilfe. Aber weicht ein Mensch aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten und Besonderheiten weit vom Durchschnitt ab, dann braucht er oder sie häufig eine individuelle Anpassung und spezielle Technik, die nicht mehr zur "Massenproduktion" gehören. Das zeigt sich eben im Preis, genauso wie bei einer Schrankwand, die man sich vom Schreiner bauen lassen muss, da das Standardmodell aus dem Möbelhaus nicht reinpasst. Eine hohe Summe sorgt eben bei den Kostenträgern, wie Krankenkasse, Unfallversicherung oder Sozialamt, auch für einen gewissen bürokratischen Aufwand. Das mindeste ist häufig ein ärztliches Gutachten, neben der Verschreibung, und ein zweiter Kostenvoranschlagi eines anderen Sanitätshaus. Doch kostet ein Hilfsmittel nicht nur Geld, sondern, was scheinbar scheinbar kaum zählt, es sorgt für geringere bis gar keine Kosten in anderen Bereichen. Nehmen wir die Selbstständigkeit. Braucht ein Mensch einen Rollstuhl um sich in der Wohnung bewegen zu können, so hilft dies Pflegekosten zu sparen. Denn mit dem "Werkzeug" Rollstuhl kann er oder sie sich wieder selbst versorgen. Das Gut "Selbstständigkeit" ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und schafft Lebensqualität. Dies Wohlsein wiederum schützt vor Erkrankungen. Es ist ihm oder ihr sogar möglich wieder arbeiten zu gehen. Anmerken muss man hier auch. Wenn die Gesellschaft in der Bauweise von Häusern, Bürogebäuden oder Transportmitteln sich nicht nur nach den 90% Prozent der Bevölkerung richten würde, sondern auch die einschließt, die aktiv mit Rollstuhl oder Gehhilfe am Leben teilhaben wollen, dann würde so mancher "besonderer" Aufwand überhaupt kein Thema, da es zum Normal gehört. Ob eine Tür nun 1,10 m breit ist statt 0,8 m ist Gewohnheit, genauso, ob neben dem Toilettenbecken eine Aufstehhilfe angebracht ist oder der Duschabfluss ebenerdig ist. Bei Kindern erhöht "natürlich" das Wachstum die Kosten in der Hilfsmittelversorgung. Zum Beispiel muss bei einigen Kindern jedes Jahr die Sitzschale angepasst werden oder bestimmte Prothesen. Doch schützt gerade bei Kindern die Hilfsmittel, wenn man eine gute qualitative Versorgung hin bekommt, vor einer Verschlechterung der Behinderung und es kann lernen selbstbewusst und selbstständig mit seinem Handicap zu leben, es nicht als Behinderung zu betrachten, sondern als eine besondere Fähigkeit, was es damit leistet.

==== Links ====

* [[http://www.rehakind.com/|Rehakind]]

* [[http://wiki.rehakids.de/wiki/Hauptseite#Hilfsmittel|Rehakids-Wiki:Hilfsmittel]]

* [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfsmittel|Hilfsmittel in Wikipedia]]

j
Jenarbeitsearch for term

Im der Reform zum Arbeitslosengeld II ([[glossar:ALGII]]) nahmen einige Kommunen die Verwaltung der Grundsicherung für Arbeitssuchende selbst in die Hand, welche kein Arbeitslosengeld I mehr bekommen. Man nennt dies optierend bzw. nach dem Optionsmodell. Die Stadt Jena tat dies auch und gründete hierfür den städtischen Eigenbetrieb "Jenarbeiti". Der AlG-II Empfänger bekommt seine Leistung somit nicht von der ARGE, welche primär vom Arbeitsamt betrieben wird, sondern von der Sozialverwaltung der Kommune. Dieses Modell hat Vor, wie auch Nachteile. Als Vorteil ist in Jena, dass der Stadtrat Mitsprache hat (je nachdem wie man es sieht). Ein Punkt, was uns einmal zum Nachteil wurde, ist die "eigene" Auslegung des ALG IIi - Rechts, was sich findet im [[glossar:SGBi]] II. Sprich, die Kommune kann die Gesetze anders auslegen als es das Arbeitsamt macht.

==== Links ====

* [[http://http://jenarbeit.jena.de/|Jenarbeit]]

* [[http://de.wikipedia.org/wiki/Optionsmodell|Wikipedia: Optionsmodell]]

k
Kitasearch for term

auch KiGai; Abkürzung für Kindertagesstätte oder Kindergarten

Synonyme: KiGa
Kostenvoranschlagsearch for term

Ein Teil einer bürokratischen Prozedur bei der Krankenkasse und den Ämtern. Z.B. Wenn ein Hilfsmitteli verschrieben wird, geht das Rezept darüber zum Sanitätshaus. Darauf hin schickt das Sanihaus einen Kostenvoranschlagi an die Krankenkasse / Amt über den möglichen Preis des Hilfsmittels. Dem stimmt dann die Kasse zu oder auch nicht. Dies bedeuet: Erst wenn der Kostenvoranschlag genehmigt wurde, wird das Hilfsmittel in der Regel dem Patienten ausgehändigt.

m
MDKsearch for term

Abkürzung für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Ein sozialmedizinischer Dienst, welcher z.B. Gutachten im Auftrag der Krankenkasse erstellt über die Pflegebedürftigkeit, den Bedarf eines Hilfsmitteli oder auch der Arbeitsunfähigkeit. Siehe auch http://www.mdk-ev.de.

MRSAsearch for term

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, eine Bakterienart; ein multiresistenter Problemkeim vor allem im Krankenhaus

p
PMVsearch for term

Dies ist ein Ventil, welches auf die Kanüle gesteckt wird. Dadurch ist es nur möglich einzuatmen. Atmet man nicht mehr ein, geht es sofort zu. Das Ausatmen ist nur möglich durch die oberen Atemwege, wodurch der Patient bei intakten Kehlkopf sprechen kann. Das besondere an diesen Ventil ist, dass es durch seinen Auf-Zu-Mechanismus es gleichzeitig hilft eine physiologische Lungenbelüftung herzustellen.

s
Schwerbehindertenausweissearch for term

Ein Ausweis, was die "Stärke" oder Schwere der Behinderung in Prozenten und den Merkmalen der Behinderung (Blind, Gehörlos, Gehbehindert etc.) beschreibt. 100% ist der höchste Grad. Ab 50% gilt der Status der Schwerbehinderung für den Behinderten. Wichtig ist dieser Ausweis besonders fürs Berufsleben, aber auch für das behinderte Kind, da die Schwere der Behinderung auch die Höhe der Immobilität aufzeigt, z.B. notwendig für die Genehmigung von Krankenfahrten oder den Hausbesuch. Er kann auch unnötige Gänge zum Amtsarzt sparen bei der Genehmigung von Eingliederungshilfe.

Synonyme: SB-Ausweis
SGBsearch for term

Abkürzung für Sozialgesetzbuch. Davon gibt es aktuell in Deutschland 12 Stück. Diese Gesetzbücher regeln zum Beispiel das Recht auf Arbeitslosengeld, Eingliederungshilfe, Grundsicherung, Krankenkasse.

Synonyme: BSHG
SPZsearch for term

Sozialpädiatrische Zentrum - ein ambulante Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankung, die häufig behindert oder bedroht werden von Behinderung. Schwerpunkt sind neurologische Erkrankungen. Die ambulante Versorgung verläuft interdisziplinär angefangen von Ärzten (Neuropädiater) über Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Kinderpsychologen, aber auch andere Richtungen wie Heilpädagogen.

t
Tavorsearch for term

Es ist ein Medikament zur Beruhigung und zur Behandlung von Epilepsie auch bei Kindern. Tavor (Wirkstoff Lorazepami) gehört zu der Gruppe der Benzodiazipine und kann bei regelmäßiger Einnahme stark abhängig machen, körperlich und seelisch. Da es ein sanfter Tranquilizer ist, wird es häufig für die Sedierung am Tag eingesetzt und ist auch bei Drogenkonsumenten wie bei Koksern oder Amphetaminnutzern beliebt zum bessern "runter" kommen von ihr Droge. D.h. wenn die Wirkung des Amphetamins nachlässt und sich psychische Nebeneffekte wie Unruhe zeigen, lindert es den Ausklang der Drogenwirkung.

Synonyme: Lorazepam
Tracheostomasearch for term

Ein Luftröhrenschnitt unterhalb des Kehlkopfes. In diesem wird eine Kanüle gesteckt, worüber dieser aufgehalten wird und der Mensch darüber atmen kann

v
VdKsearch for term

Der VdKi ist ein großer Sozialverband in Deutschland, welcher sich im Sozialrecht auf politischer, wie bei Rentenfragen, Behinderung, Armut, und auf juristischer Ebene für seine Mitglieder einsetzt. Daneben organisieren die Ortsverbände Info-Veranstaltungen, Treffen für ihre Mitglieder und es gibt Schulungen für die ehrenamtliche Tätigkeit. Häufig ist für Familien mit einem schwer kranken Angehörigen die Mitgliedschaft in einem Sozialverband zu empfehlen, zumindest sollten sie es "probieren", da der Verband die Mitglieder in sozialrechtlichen Fragen (Krankenkaasse, Sozialamt, Versorgungsamt, Rente etc.) weiter helfen kann und auch seine Mitglieder für Gericht vertritt durch die verschiedene Instanzen. Der Mitgliedsbeitrag ist sozusagen auch eine Art "Sozialrechtsschutzversicherung". Die anwaltliche Betreuung wird aber von vielen Eltern unterschiedlich in der Qualität wahrgenommen, ist demnach wohl abhängig von den Juristen vor Ort, der den VdK vertritt. Auch sind die juristische Fragestellungen bei Kindern teilweise anders zu werten als bei älteren Menschen. Somit spielt sicherlich die Erfahrung in diesem Bereich der dortigen Berater und Juristen eine wichtige Rolle. Alternativ gibt es zum VdK andere Verbände wie den SoVD (Sozialverband Deutschland), welcher vergleichbare Leistungen anbieten und je nach Ort oder Bundesland stärker vertreten sind.

z
Zweitversorgungsearch for term

Ist ein Mensch aufgrund seiner Fähigkeiten auf Hilfsmitteli im Alltag angewiesen, wie Rollstuhl, Sitzschale, Nahrungspumpe oder Beatmungsmaschine, so kann es angebracht sein, dass ein zweites oder drittes gleiches Hilfsmittel bzw. eines mit gleicher Funktion gebraucht wird. Die Gründe sind sehr individuell. Bei der Sitzschale kann es zum Beispiel sein, wenn der Mensch viel schwitzt, dass eine zweite Schale gebaut werden muss, damit zwischenzeitlich die andere trocknen kann, oder bei technischen Geräten wie der Beatmungsmaschine kann man nicht warten, wenn die Maschine ausfällt, bis der Techniker kommt. Häufig wird aber eine Zweitversorgung notwendig für die Integration ins Berufsleben, der Schule oder dem Kindergarten. Denn so können nicht alle Hilfsmittel jeden Tag hin und her gefahren werden. Zum einen sind sie zu sperrig oder sie sind zu sensibel. Häufig scheitert es aber auch an der Kapazität vom Transportfahrzeug, ob Fahrdienst oder eigenes Fahrzeug. Wird eine Mehrfachversorgungi von einem gleichen Hilfsmittel notwendig, beginnt unter Umständen ein Streit. Häufig wird die Notwendigkeit in Frage gestellt, was bis zum Verfahren vors Sozialgericht geht oder aber es findet sich kein Kostenträger. Je nach Situation und Indikation vom Hilfsmittel kann der Kostenträger zum Beispeil das Arbeitsamt, das Sozialamt oder die Krankenkasse bzw. die Unfallversicherung sein. Erfahrungsgemäß bereitet im Kindergarten die Zweitversorgung häufig Probleme. Ist man sich unschlüssig wer die Zweitversorgung zu tragen hat, so kann man sich an die Servicestellen nach den SGBi IX wenden (bei der Rentenversicherung anfragen, wo die nächste ist). Kommt man nicht weiter, so kann auch eine Anfrage beim Behindertenbeauftragen des Bundeslandes manchmal für Klärung sorgen.

Synonyme: Doppelversorgung, Mehrfachversorgung